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„Collaborations“ als Werkzeug

(Alle Texte und Bilder unterliegen dem Urheberrecht. Jede unerlaubte Verwendung und Vervielfältigung ist verboten.
In der Projektbeschreibung zeige ich Arbeiten aus meiner „Collaboration“ mit vonUwe.)
English Version: https://zeitloserblick.de/collaborations_english/

Credits / Contributors:
Fotograf: Alexander Platz
Designer / Stylist: vonUwe
Make Up / Haar Artistin: Isabel Fink
Modelle – IG in alphabetischer Reihenfolge:
@anna_grabowska6
@lisa.sophie.baermann
@supersonka.forever
@youssradodi

„Collaborations“ als Instrument

Anders als das negativ belegte deutsche Wort „Kollaboration“ (Zusammenarbeit mit dem Feind) meint das englische „Collaboration“ die „Zusammenarbeit mit Gleichgesinnten“. Personen oder Gruppen bündeln ihre Fähigkeiten, um ein Ziel zu erreichen. Aus diesem Grund hat sich in der internationalen Kunst und Mode die Verwendung des englischen „Collaboration“ in der jeweiligen Sprache etabliert.

Im Kontext meiner „Art Fashion Projekte“ arbeite ich gern mit „Fashion DesignerInnen“, Modellen, Make Up, Haar und Fashion Stylisten zusammen. Diese Free Collaborations „FC“ geben mir die Möglichkeit, meine Grundidee, durch deren Fähigkeiten, Erfahrungen, Emotions-, Gedankenwelten, visuellen Träume zu erweitern und zu vervollkommnen.

„Collaborations“ unterteile ich für mich in die gleichwertigen Abschnitte „Modeschöpfung“ und „Künstlerische Traumwelten“. Diese Gliederung ermöglicht es, alle Bestandteile des Foto „Sittings“ effizient umsetzen. Jeder kann für sich den optimalen Nutzen und seine Ziele erreichen. So sind künstlerische / kommerzielle Ansprüche und wirtschaftliche Anforderungen / Zwänge ausgeglichen.

       Modelle: @lisa.sophie.baermann @anna_grabowska6

„Modeschöpfung“

Im Abschnitt „Modeschöpfung“ hat die Vision des Designers / der Designerin Vorrang und die Darstellung der Kleidung genießt Priorität. Diese Grundidee verknüpfe ich mit meiner Sicht. Solch ein Prozess ist geprägt von konstruktiven und teils intensiven Diskussionen, denn es gibt einen Unterschied zwischen der künstlerischen Idee der DesignerInnen und meiner künstlerischen Interpretation. Die Zusammenarbeit mit „vonUwe“ ist dafür ein schönes Beispiel. Wir sind beide Künstler mit intensiven Visionen und Persönlichkeiten. Dementsprechend waren unsere Gespräche fordernd, zuweilen hart und emotional. Genau das macht aber einen künstlerischen Schaffensprozess aus. Ohne Konflikt entstehen keine intensiven Erzählungen und berührende Geschichten. Gleichwohl endeten unsere Diskussionen immer mit einem amüsierten Lächeln im Verständnis des Anderen und einem ebenso gemeinsamen Ziel.

     
Modelle:
links: @youssradodi
rechts:  @supersonka.forever 

„Künstlerische Traumwelten“


Model:  @lisa.sophie.baermann

In den künstlerischen Traumwelten hingegen, treten die DesignerInnen zurück. Sie sind noch anwesend, aber nur Beobachter.  Hier geht es um meine Vision. Die Modelle / das Modell und ich sind im alleinigen Austausch. Vermischen unsere Geschichten, Emotionen und Ideen. Wir stellen eine Verschmelzung des Kleides, der Persönlichkeit her und erschaffen die Partitur für das künstlerische Werk (*1).


Model: @anna_grabowska6

Während des Fotografierens folgen wir unserer gemeinsamen Partitur. Es ist eine Art emotionaler Tanz. Wir fordern uns und „treiben in der Interpretation der Melodie“. So tritt unser eignes Charisma hervor. Die Darstellung und der Ausdruck überwiegt das Kleid als Objekt und Thema. So entsteht die Basis meiner künstlerischen Idee und Arbeit.
     
Model:  @lisa.sophie.baermann

In der anschließenden Retusche der Bilder bleibe ich in unserer Stimmung und folge der gemeinsamen „inneren Musik“. Die Melodie steigert sich zu einem Höhepunkt. Ich verstärke Schatten, Kontraste, Farben oder mildere sie ab. Die Postproduktion ist die Veredelung und Materialisierung meiner Geschichte.


Model: @anna_grabowska6

Die Resultate sind meine „Kunstwerke“. Meine emotionale Sicht der Welt. Sie berühren mich und stehen für meine Träume. Das wünsche ich mir auch für mein Publikum. Träume, in denen wir einzeln oder gemeinsam der realen Welt entfliehen können. In solchen Traumwelten schwelgen wir in unseren eigenen Geschichten, Emotionen; unserer Vorstellung von Glück und Leben.

     
Model:  @lisa.sophie.baermann

Das Hauptziel der Fotografie ist es, Welten zu erschaffen, die das Publikum berühren (*2). Ich -als Bildender Künstler – erwarte aber nicht die vollständige Übernahme und das Verständnis meiner Vision durch die BetrachterInnen.

Sollten meine Arbeiten ihre eignen Interpretationen und Träume hervorrufen und sie darüber in die äußere Kommunikation und den inneren Diskurs gehen, habe ich mein Ziel „Nachdenken, Erzählen und Austausch durch mein
künstlerisches Schaffen“ erreicht.


Model: @anna_grabowska6

Neben meinen alleinigen Projekten sind die „Free Collaborations“ sind ein willkommenes Instrument. Und ihre Möglichkeiten nutze ich gern.

Alexander Platz

 

Quellen:
(*1) Paolo Roversi über Partitur in verschiedenen Interviews und Dokumentationen

(*2) Tim Walker über das Ziel der Fotografie in verschiedenen Publikationen und Interviews.